Premierenberichte

"Don Giovanni" in Köln

03.04.2025 | Diese Mozart- und Da Ponte-Oper fasziniert unter anderem immer wieder neu, weil ihr Titelheld immer wieder neu gedeutet werden kann. Regisseure und Regisseurinnen nutzen das für ihre Interpretationen. In Köln hinterfrage Regisseurin Cecilia Ligorio den Mythos „Don Giovanni“ auf eine heutige Art und Weise aus weiblicher Sicht, schreibt die Oper Köln. Die Kritiker sind sich in ihrer Zustimmung zu dieser Beschreibung nicht einig, loben aber großenteils diese Inszenierung. „Packende Regie, grandioses Ensemble und eine durchdachte Inszenierung“, schreibt der General-Anzeiger Bonn, der den Besuch...Weiterlesen

"Innocence" an der Sächsischen Staatsoper

02.04.2025 | „Innocence“ ist die letzte Oper der finnischen Komponistin Kaija Saariaho, die 2023 gestorben ist. Es handle sich um „einen packenden, ergreifenden Psychothriller, der schonungslos Schicht für Schicht die Schuldverstrickungen der Figuren offenlegt und dennoch die Frage nach der (Un-)Schuld jedes Einzelnen offen lässt“, so die Semperoper auf ihrer Webseite. Die Handlung vollzieht sich auf unterschiedlichen Ebenen. Die Gegenwart zeigt die Hochzeit zwischen Tuomas und Stela; anwesend auch die Eltern des Bräutigams und einige Gäste. Auf einer anderen Ebene sprechen die Opfer eines Schul-Amoklaufs...Weiterlesen

"Faust" in Wuppertal

28.03.2025 | Begeisterte Stimmen über Charles Gounods „Faust“-Oper in Wuppertal. Regie führt Matthew Ferraro. Er folgt dem Komponisten, der in seiner Adaption der Goethe-Vorlage die Figur und Geschichte der Marguerite in den Vordergrund stellt. Die Geschichte ist bekannt: Faust erhält von Mephisto seine Jugend zurück – in Wuppertal wird dies durch eine Zeitmaschinen-Uhr dargestellt, die sich in kürzester Zeit zurückdreht -, verführt Marguerite, die von ihm dann ein uneheliches Kind erwartet – schließlich, nachdem sie das Kind getötet hat, selbst den Tod findet. Matthew Ferraro erzähle die Handlung ohne...Weiterlesen

"The Fall of the House of Usher" in Mainz

20.03.2025 | Philip Glass‘ Minimal Music, Tonschleifen in steter Wiederholung und rhythmischen Mustern, winde sich spannungsgeladen in die Gehörgänge, schreibt das Staatstheater Mainz. Hier erlebte die Oper, die auf der Erzählung Edgar Allen Poes beruht, ihre Premiere. Das Publikum kommt dabei von hinten auf die Bühne und nimmt auch dort Platz – hat dann den Blick auf das „House of Usher“, das in zweifacher Hinsicht dem Untergang geweiht ist. Roderick und seine Zwillingsschwester Madeline sind die letzten Nachkommen der Familie – und in Mainz ist das Haus, in dem das Geschehen spielt, lediglich eine Art...Weiterlesen

"Castor et Pollux" in Meiningen

20.03.2025 | Uraufgeführt wurde die Oper von Jean-Philippe Rameau im Jahr 1735. Sie lehnt sich an die mythologische Erzählung über die Brüder Castor und Pollux an, Librettist Pierre Joseph Bernard wich aber durchaus auch davon ab. Obwohl Zwillingsbrüder, unterscheiden sich Castor, der sterbliche, und Pollux, der unsterbliche Bruder. Die Oper erzählt von ihrem Dilemma zwischen Bruderliebe und der konkurrenzbehafteten Liebe zur gleichen Frau, Télaire. Schließlich ist Pollux sogar bereit, den im Kampf getöteten Bruder aus der Unterwelt zu befreien, indem er selbst sterblich wird und dort dessen Platz...Weiterlesen

"Schlaflos" in Braunschweig

13.03.2025 | „Schlaflos“, uraufgeführt 2021, ist die vorletzte Oper, die Peter Eötvös geschrieben hat. Die Uraufführung hatte der Komponist noch selbst dirigiert. Als „Opernballade“ bezeichnet er sein Werk, Vorlage ist die Erzählung „Trilogie“ des Literaturnobelpreisträgers Jon Fosse. Die Oper erzähle „von Ab- und Ausgrenzung und vom Bruch in einer Gesellschaft, in der es kaum noch Solidarität gibt“, so das Theater Braunschweig. Zwei Liebende, mittellos, drogensüchtig, suchen nach einem Platz in der Gesellschaft, finden ihn aber nicht. Regisseur Philipp M. Krenn verortet das Geschehen im Berlin der 1970er...Weiterlesen

"La forza del destino" in Bonn

11.03.2025 | „Eine Handlung, die immerwährende Relevanz besitzt und eine Musik, die die Virtuosität und Vielfalt des Komponisten wundervoll zur Schau stellt.“ So beschreibt das Theater Bonn Giuseppe Verdis „Macht des Schicksals“. Allerdings kommt die Handlung durchaus auch etwas verworren oder verwirrend daher: Tötung des Vaters bzw. Schwiegervaters „aus Versehen“, Flucht mit Trennung, Kloster und Einsiedelei, Geschwisterrache und viele Zufälle – oder eben „Schicksal“? Regisseur David Pountney wolle die „vielen Brüche der an etlichen Stellen unglaubwürdigen Handlung (…) ebenso wenig übertünchen wie Will...Weiterlesen

"Der Spieler" in Stuttgart

06.03.2025 | Fjodor Dostojewski, selbst ein „Spielwütiger“, lieferte die Vorlage zur Oper des jungen Sergej Prokofjew. Die Moral des Ganzen: Geld macht nicht glücklich – und Liebe lässt sich nicht kaufen. Die Hauptfiguren dieses Dramas wollen das große Geld und scheitern beim Spiel. Selbst die reiche (und alte) Babulenka, auf deren Erbe der (mittellose) General hofft, um seine Blanche heiraten zu können, setzt alles auf die Null – und ist anschließend pleite. Der Hauslehrer Alexej wiederum erspielt ungeahnte Summen, aber aus der erhofften Verbindung mit Polina wird trotzdem nichts. An der Staatsoper...Weiterlesen

"Die Vögel" in Oldenburg

04.03.2025 | Am Vorabend des ersten Weltkriegs hatte Walter Braunfels diese Oper nach dem antiken Vorbild von Aristophanes schon konzipiert. Sie „zeigt mahnend, wohin den Menschen seine Überheblichkeit führt“, so das Staatstheater Oldenburg in der Stückbeschreibung. Und: „Sein Nachdenken über die Entstehung totalitärer Staaten in den ausgehenden 1910er-Jahren scheint heute beängstigend prophetisch.“ Es geht um zwei Lebemänner, die ins Reich der Vögel aufbrechen. Einer von ihnen, Ratefreund, stachelt die Vögel dazu an, sich einen eigenen Staat zu errichten und sich damit über die Götter zu erheben. Doch...Weiterlesen

"The Listeners" in Essen

27.02.2025 | Am Aalto Theater Essen erlebte die Oper „The Listeners“ der amerikanischen Komponisten Missy Mazzoli ihre deutsche Erstaufführung. Die Handlung: Claire kann nicht schlafen, weil sie permanent von einem Brummton gestört wird. Beim Philosophen Howard Bard und seiner Gruppe „The Listeners“ findet sie eine Art Familie. Es geht dort aber auch um Verschwörungstheorien, um Manipulation und die Sucht nach Macht. „Die Regie übernimmt Anna-Sophie Mahler, die mit der Bühnenbildnerin Katrin Connan einen Raum für den Brummton selbst und für Claires emotionalen Zustand entworfen hat“, schreibt das Theater...Weiterlesen

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