Philip Glass‘ Minimal Music, Tonschleifen in steter Wiederholung und rhythmischen Mustern, winde sich spannungsgeladen in die Gehörgänge, schreibt das Staatstheater Mainz. Hier erlebte die Oper, die auf der Erzählung Edgar Allen Poes beruht, ihre Premiere. Das Publikum kommt dabei von hinten auf die Bühne und nimmt auch dort Platz – hat dann den Blick auf das „House of Usher“, das in zweifacher Hinsicht dem Untergang geweiht ist. Roderick und seine Zwillingsschwester Madeline sind die letzten Nachkommen der Familie – und in Mainz ist das Haus, in dem das Geschehen spielt, lediglich eine Art Skelett. William, der Freund Rodericks, besucht die Geschwister und erlebt ein gespenstisches Ambiente. Auch die Zwillinge wirken – einander buchstäblich bis aus Haar gleichend – gespenstisch. Und es ist bis zum Ende nicht klar: Wer verfällt hier dem Wahn? Wer ist echt? Wer nicht? Welche todbringende Krankheit hat Madeline befallen, die schließlich tatsächlich stirbt – oder auch nicht? Madeline, die bei Poe nicht spricht, hat auch in der Oper keinen Text, sondern nur Vokalisen zu singen. „Maren Schwier erfüllt diesen Part in Mainz hervorragend“, schreibt die Rheinpfalz, die von einem „raffinierten Lichtkonzept“ berichtet und die Inszenierung als „als irres multimediales Gesamtkunstwerk“ bezeichnet. Der Opernfreund bilanziert: „So finden Szene und Musik zu einer werkadäquaten Haltung und verschaffen dem Publikum ein intensives Musiktheatererlebnis.“ Das Foto (Andreas Etter) zeigt Maren Schwier als Madeline Usher.