"Angels in America" in Freiburg

In den 1980er-Jahren war Tony Kushners Drama „Angels in America“ ein großer Erfolg: es zeigt ein deutliches Bild der amerikanischen Gesellschaft, die Abwesenheit von Gott, Homosexualität – und die gerade erst bekannt werdende Krankheit Aids. Peter Eötvös war fasziniert von dem Stoff und machte daraus eine Oper, die 2004 uraufgeführt wurde. Er „entwarf eine akustisch feine Inszenierung an der Grenze zum Hörspiel, ein filigranes Kontinuum, aus dem sich die Sprache in unterschiedlichen Aggregatzuständen erhebt“, so das Theater Freiburg. Dort hatte Eötvös‘ Oper in der Inszenierung von Ingo Kerkhof Premiere. Die Frage, ob ein Werk über die amerikanische Gesellschaft vor mehr als 30 Jahren heute noch aktuell sei, wird sehr schnell mit „Ja“ beantwortet. „Der Regisseur Ingo Kerkhof inszeniert Peter Eötvös’ Oper ANGELS IN AMERICA als Kammerspiel: ohne große Kulissen, nur wenige Requisiten machen deutlich wo wir uns befinden, ein Tisch, eine Matratze, ein Krankenbett“, berichtet der SWR – und auch von einer „großen Nähe zwischen Sängern und Publikum“. Gesungen wird gut, der Komponist, selbst anwesend, spendete reichlich Beifall. „Im Theater Freiburg gelingt (…) eine stimmige Inszenierung, die auch musikalisch von allen Beteiligten auf und unter der Bühne sehr differenziert umgesetzt wird“, schreibt der Südkurier. Und die Badische Zeitung bilanziert: „Hochachtung vor dem Theater Freiburg, das sich mit dieser Produktion einmal mehr zum zeitgenössischen Musiktheater bekennt.“ Das Foto (Rainer Muranyi) zeigt Angela Falkenhan als Engel.

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